Pulps, die Väter der Superhelden

Die Kindheit der Phantastik mit schrillen Titelbildern

Thrilling Wonder Stories August 1951
Future Science Fiction März 1953
Startling Stories September 1950

Pulps sind das amerikanische Aequivalent der deutschsprachigen Groschenromane.

Sie sind nicht nur in der Schweiz, sondern allgemein in Europa nur schwer zu bekommen. Diese auf qualitativ minderwertiges Papier (im Englischen pulp, sinngemäss "Holzbrei" genannt) gedruckten Geschichten erschienen in den USA zwischen ca. 1910 und 1950, bevor sie dem Siegeszug des paperbacks (Taschenbuch) weichen mussten.

Eine treffende Definition von pulp liefert der amerikanische Schriftsteller Algis Budrys (1931-2008): "Mit pulp meinte man zuerst eine bestimmte Art von Papier, dann eine bestimmte Sorte von Magazinen und schliesslich eine ganz spezielle Art des Schreibstils. Jede Stufe dieser Entwicklung resultierte aus der vorherigen." (siehe Pulp Magazine Thrillers, 1998, Hrsg.: James Van Hise) Die Herstellung von Pulp-Papier beschreibt Budrys so: "Holzfasern werden zerstampft, in Säure aufgeschlämmt, die Säure verflüchtigt sich, wird unvollständig neutralisiert, während der Brei ausgerollt und schnell getrocknet wird. So erhält man ein ziemlich schwammiges, unglaublich billiges Papier, solange es Kiefern im Überfluss gibt."

Pulps werden hauptsächlich aus drei Gründen gesammelt: wegen den grell-bunten Titelbildern, die oft bis an die Grenzen des Erträglichen gehen, was Kitsch und Trivialkunst hervorzubringen vermag; - wegen den Autoren, die ihre Geschichten in diesem Medium zum besten gaben (H. P. Lovecraft, Ray Bradbury, Robert Bloch, Robert E. Howard, Dashiell Hammett, Edmond Hamilton, Robert Silverberg, und unzählige andere in den Bereichen Fantasy, Horror, Science Fiction, Krimi, Wild West, Abenteuer und anderen Sub-Genres der Unterhaltungsliteratur); - und wegen bestimmter Serienhelden wie Doc Savage, Conan, The Shadow, Operator 5, The Spider, etc.

Die Blütezeit der Pulps fällt in die 1930er Jahre, als in den USA die grosse Wirtschaftskrise das Leben der Menschen bestimmte. In diesen mageren Jahren versuchten viele das grosse Elend zu vergessen und für 10 Cents - soviel kosteten die meisten Pulps damals - zumindest für die Zeit der Lektüre in wunderbare Fantasiewelten abzutauchen. Andere wiederum nutzten die Zeichen der Zeit, wechselten den Beruf und schrieben für die Pulps.

Heute kommt der Sammler nur schwer an gut erhaltene Hefte aus diesen Tagen heran, und selten genug findet man solche Pulps in der Schweiz. Wir führen solche Raritäten wie Originalausgaben der legendären Serie Weird Tales.

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